
Media Markt Schweiz erweitert Fahrzeugflotte
19.12.2025 um 10:18 Uhr
VCS kritisiert Schweizer Bundesrat
29.01.2026 um 10:30 UhrDas Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Mitte Dezember die Plangenehmigung für die Hauptarbeiten zur Profilanpassung auf dem Streckenabschnitt zwischen Basel St. Johann und Basel SBB erteilt. Damit werden auf der Schweizer Seite die baulichen Voraussetzungen geschaffen, um Güterzüge mit Sattelaufliegern von 4 m Eckhöhe künftig im Regelverkehr auch über die linksrheinische Strecke nach Frankreich und weiter zu den NEAT-Basistunneln am Gotthard und Lötschberg führen zu können. Die Hauptarbeiten starten 2026 und sollen bis Ende 2029 abgeschlossen sein.
Güterverkehr durch die Grossstadt
Ziel des Projekts ist es, den Schienengüterverkehr wettbewerbsfähiger zu machen und zusätzliche alpenquerende Transporte von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Vier Meter hohe Sattelauflieger setzen sich im europäischen Güterverkehr zunehmend durch, da sie Verladern und Transportunternehmen klare logistische und wirtschaftliche Vorteile bieten. Um diese Einheiten auf der Bahn transportieren zu können, ist jedoch ein grösseres Lichtraumprofil erforderlich, das bestehende Strecken vielfach nicht erfüllen.
Kern der Massnahmen in Basel sind Gleisabsenkungen in den Tunneln Kannenfeld und Schützenmatt sowie unter den Strassenüberführungen Allschwilerstrasse und Oberwilerstrasse. In den beiden Tunneln werden die Gleise um rund einen halben Meter abgesenkt, die Fahrleitungen angepasst. Beim Kannenfeldtunnel ist zusätzlich eine Aufweitung des Tunnelgewölbes auf der Rheinseite vorgesehen, um einen Fluchtweg zu realisieren. Unter weiteren Überführungen, etwa an der Wanderstrasse und der Marschalkenstrasse, genügen Anpassungen an der Fahrleitung. Die Absenkungen beginnen jeweils auf offener Strecke, sodass die Gleise rampenartig in die Bauwerke geführt werden können. Gleichzeitig müssen zahlreiche Werkleitungs- und Bachquerungen unter dem Bahntrassee angepasst werden.
Parallel zur Profilanpassung nutzt die SBB den Projektperimeter für umfangreiche Instandhaltungsmassnahmen. Zwischen dem Kannenfeldtunnel und den Birsigbrücken wird der Oberbau beider Gleise vollständig erneuert. Zudem werden die zwei eingleisigen Birsigbrücken instand gesetzt. Geplant sind unter anderem die Erneuerung des Korrosionsschutzes, eine neue Abdichtung der Brückenplatten sowie der Ersatz und die Verstärkung der Brückenlager. Ziel ist es, die Bauwerke für mindestens weitere 50 Jahre sicher und zuverlässig nutzbar zu halten.
Arbeiten bei laufendem Betrieb
Um die Auswirkungen auf den Personen- und Güterverkehr möglichst gering zu halten, erfolgt der Bau unter laufendem Betrieb. Statt einer mehrjährigen Totalsperre wird jeweils nur eines der beiden Gleise über längere Zeit gesperrt. Zusätzlich errichtet die SBB provisorische Spurwechsel, um die Länge der Einspurabschnitte zu halbieren und Kapazitätsverluste zu begrenzen. Dennoch sind während der Bauzeit Einschränkungen im Bahnverkehr sowie einzelne Totalsperren an Wochenenden vorgesehen.
Die Kosten für die Profilanpassung und die Gleiserneuerung belaufen sich auf rund 114 Mio. CHF und werden über den Verpflichtungskredit des Bundes für die 4-Meter-Korridor-Projekte finanziert. Für die Instandsetzung der Birsigbrücken sind weitere 7 Mio. CHF vorgesehen, die über die Leistungsvereinbarung zwischen Bund und SBB abgegolten werden.
Damit der 4-Meter-Güterverkehr im Regelbetrieb auch via Frankreich möglich wird, sind ergänzende Profilanpassungen auf französischer Seite erforderlich. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Bundesrat Albert Rösti und der französische Verkehrsminister im Februar 2025. Ziel beider Länder ist es, eine zusätzliche, leistungsfähige linksrheinische Zulaufstrecke zu den NEAT-Achsen zu schaffen und damit die Robustheit des europäischen Schienengüterverkehrs nachhaltig zu erhöhen.






