
Unilode kündigt Super Sentinel an
09.03.2026 um 20:51 Uhr
Cargo sous Terrain mit neuer Ausrichtung
11.03.2026 um 16:46 UhrDie SBB hat im Jahr 2025 einen Anstieg der täglichen Reisendenzahlen verzeichnet. Mit 1,43 Millionen Fahrgästen pro Tag liegt die Zahl über den 1,39 Millionen aus dem Jahr 2024. Diese Entwicklung im Personenverkehr hat zu höheren Einnahmen geführt. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie der Energieaufwand. Im Gegensatz dazu gingen die Erträge im Güterverkehr zurück. Dieser bleibt trotz Transformation das Sorgenkind. SBB Immobilien konnte jedoch ein solides Ergebnis erzielen.
Jahresergebnis und Einmaleffekte
Das Jahresergebnis der SBB beträgt 496 Millionen Franken, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den 275 Millionen Franken im Vorjahr darstellt. Rund die Hälfte dieses Betrags ist jedoch auf Einmaleffekte zurückzuführen, die hauptsächlich aus einer Reduktion der Vorsorgeverpflichtung resultieren. Diese Einmaleffekte haben keinen Einfluss auf die Verschuldung, die derzeit bei 11,3 Milliarden Franken liegt, nachdem sie im Vorjahr noch 12,1 Milliarden Franken betrug.
SBB Cargo bleibt eine Herausforderung
Die SBB steht vor der Herausforderung, die erforderlichen Investitionen in Rollmaterial und Energieanlagen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Um diese Investitionen zu ermöglichen, wird ein jährlicher operativer Gewinn von etwa 500 Millionen Franken als notwendig erachtet.
Der Güterverkehr bleibt eine der grössten Herausforderungen innerhalb des SBB-Konzerns. Während der Personenverkehr weiterhin von steigenden Fahrgastzahlen profitiert, steht SBB Cargo wirtschaftlich unter Druck und befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation.
SBB Cargo ist der wichtigste Anbieter im Schweizer Schienengüterverkehr. Täglich transportieren die Güterzüge rund 170 000 Tonnen Waren durch die Schweiz. Damit übernimmt die Bahn etwa ein Siebtel des nationalen Güterverkehrs und entlastet die Strassen täglich um rund 15 000 Lastwagenfahrten. Gleichzeitig ermöglicht der Transport auf der Schiene eine CO₂-Einsparung von rund 80 % im Vergleich zum Strassentransport.
Das Unternehmen bedient unterschiedliche Transportsegmente. Dazu gehören Ganzzüge, der kombinierte Verkehr mit Containern und Sattelaufliegern sowie der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), bei dem einzelne Güterwagen über Rangierbahnhöfe zu Zügen zusammengestellt werden. Letzteres gilt traditionell als besonders wichtig für die Versorgung der Industrie, ist jedoch auch das wirtschaftlich schwierigste Segment.
Im Einzelwagenladungsverkehr transportiert SBB Cargo jährlich rund 11 Millionen Tonnen Güter mit mehr als einer halben Million Wagen. Die Kunden stammen aus Branchen wie Chemie, Bau, Stahl, Lebensmittel oder Holz.
Die Verkehrsleistung ist jedoch konjunkturabhängig. Eine schwächere industrielle Nachfrage sowie strukturelle Veränderungen in der Logistik führten zuletzt zu rückläufigen Mengen im Binnen- und Transitverkehr.
Neben dem nationalen Verkehr betreibt SBB Cargo über die Tochtergesellschaft SBB Cargo International auch internationale Schienengütertransporte. Während dieser Bereich wieder profitabel arbeitet, bleibt der Schweizer Binnenverkehr die zentrale wirtschaftliche Herausforderung.
Wirtschaftliche Situation
Im Geschäftsjahr 2024 schrieb SBB Cargo einen Verlust von rund 76 Millionen Franken. Auch im laufenden Geschäftsjahr bleibt die Situation angespannt. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich der Fehlbetrag 2025 auf rund 100 Millionen Franken belaufen könnte, falls die strukturellen Probleme im Güterverkehr nicht rasch entschärft werden.
Der Bund als Eigentümer erwartet jedoch, dass der Güterverkehr langfristig kostendeckend betrieben wird, da er nicht als klassischer Service-public-Bereich gilt.
Die finanziellen Schwierigkeiten hängen vor allem mit drei Faktoren zusammen: dem strukturellen Defizit im Einzelwagenladungsverkehr, dem starken Wettbewerb mit dem Strassentransport sowie konjunkturell schwächeren Transportmengen.
Um die Kosten zu senken, wurden bereits Stellen abgebaut. Insgesamt beschäftigt SBB Cargo rund 2 250 Mitarbeitende.
Als Reaktion auf die anhaltenden Verluste arbeitet die SBB an einer umfassenden Neuausrichtung des Güterverkehrs. Ziel ist es, das System effizienter zu machen und die Produktion stärker an die tatsächliche Nachfrage anzupassen.
Im Fokus stehen insbesondere eine Modernisierung des Einzelwagenladungsverkehrs, der Ausbau effizienter Ganzzüge sowie eine stärkere Integration von Bahn- und Strassentransport im kombinierten Verkehr.
Ein Teil dieser Strategie ist das Konzept „Suisse Cargo Logistics“, das den Güterverkehr langfristig wirtschaftlich stabilisieren soll.
SBB Cargo steht damit an einem Wendepunkt. Einerseits bleibt der Schienengüterverkehr ein zentraler Bestandteil der Schweizer Logistik und spielt eine wichtige Rolle für Klimaschutz und Verkehrsverlagerung. Andererseits erfordert der zunehmende Wettbewerbsdruck strukturelle Anpassungen.
Ob die Transformation gelingt, wird entscheidend dafür sein, ob der Schienengüterverkehr in der Schweiz seine Rolle als Rückgrat einer nachhaltigen Transportpolitik langfristig behaupten kann.




