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07.05.2026 um 08:40 UhrDie Europäische Eisenbahn-Frachtvereinigung (ERFA) hat einen Führungswechsel vollzogen: Dirk Stahl (r.) übergibt das Präsidium an Maciej Gladyga. Diese Übergabe steht sowohl für Kontinuität als auch für Erneuerung, während die Vereinigung sich in einem sich schnell verändernden europäischen Schienengüterverkehrsmarkt bewegt.
Dirk Stahl hat während seiner Amtszeit die Position von ERFA als wichtigen Akteur und Befürworter eines wettbewerbsorientierten Schienengüterverkehrs in Europa gestärkt. Unter seiner Leitung spielte die Vereinigung eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von politischen Diskussionen auf EU-Ebene. Neben seinem Engagement bei ERFA trug Stahl auch als CEO von BLS Cargo aus Bern massgeblich zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienengüterverkehrs und zur Förderung der Nutzung von Schienengüterkorridoren bei. Seine umfangreiche Expertise umfasst regulatorische Angelegenheiten, Marktliberalisierung und operative Entwicklungen im europäischen Schienengüterverkehr.
In einer Rückschau auf seine Zeit als Präsident von ERFA äusserte Dirk Stahl: „Es war mir eine Freude und Ehre, ERFA in den letzten sechs Jahren zu leiten. Diese Zeit war einerseits von globalen Störungen wie der Coronavirus-Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine geprägt, die erhebliche Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr hatten, und andererseits von bedeutenden Diskussionen und Entscheidungen über EU-Vorschriften im Schienengüterverkehr. Ich bin stolz darauf, dass ERFA eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung wichtiger Entscheidungen zu Trassenentgelten, staatlicher Beihilfe, TEN-T-Korridoren und Kapazitätsregulierung gespielt hat. Ich werde meinen Nachfolger Maciej Gladyga, der ebenfalls über langjährige Erfahrung im ERFA-Vorstand verfügt, voll unterstützen.“ Dirk Stahl bleibt als Mitglied des ERFA-Vorstands und als Vizepräsident aktiv.
Maciej Gladyga ist Geschäftsführer der Landtransportkammer in Polen (IGTL) und hat in den letzten zehn Jahren alle Kernaktivitäten der Organisation geleitet. Er hat an der Warschauer Universität für Lebenswissenschaften (Raumplanung) einen Ingenieurabschluss erworben und ein Postgraduiertenstudium im Projektmanagement an der SGH Warschauer Wirtschaftsschule absolviert. Gladyga bringt umfassendes Wissen und Erfahrung in europäischen Angelegenheiten, der Governance des Schienenverkehrs und der Strategieentwicklung in nationaler und internationaler Koordination mit.
Zuvor war er im polnischen Ministerium für Verkehr tätig, wo er unter anderem als stellvertretender Direktor der Abteilung für europäische Fonds und der Abteilung für Schienenverkehr diente. Zu seinen Aufgaben gehörten die Umsetzung und Finanzierung von Investitionen, die Entwicklung von Strategien im Personenverkehr sowie internationale und EU-Angelegenheiten. Zudem leitete er die Exekutivvorstände von Frachtkorridoren, die durch Polen führen, und war an den Verhandlungen zum vierten Eisenbahnpaket beteiligt. Gladyga ist seit April 2018 Mitglied des ERFA-Vorstands und wurde im November 2019 zum Vizepräsidenten gewählt.
Bei der Annahme seiner neuen Rolle als Präsident von ERFA sagte Maciej Gladyga: „Ich möchte Dirk für seine herausragende Führung in den letzten sechs Jahren meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Wir agieren in zunehmend komplexen und turbulenten Zeiten. Geopolitische Spannungen und sich verändernde wirtschaftliche Bedingungen gestalten das Umfeld, in dem der Schienenverkehr operiert. Gleichzeitig bleiben langjährige strukturelle Probleme im Sektor ungelöst und erfordern dringende, entschlossene Maßnahmen. ERFA muss weiterhin eine starke, zukunftsorientierte und kooperative Stimme sein. Ich setze mich dafür ein, dass die Energie, das Fachwissen und die Innovationskraft unserer Mitglieder effektiv vertreten und in greifbare Auswirkungen in allen europäischen und nationalen Foren, in denen wir tätig sind, umgesetzt werden.“





