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01.06.2026 um 07:35 UhrAm 1. Juni 2016 wurde der Gotthard-Basistunnel (GBT) eingeweiht, der mit einer Länge von 57 Kilometern nach wie vor der längste Eisenbahntunnel der Welt ist. Seit seiner Eröffnung hat der Tunnel die Nord-Süd-Verbindungen in der Schweiz sowie in Europa, insbesondere auf der Güterverkehrsachse Genua–Rotterdam, erheblich verändert. Zusammen mit dem Ceneri-Basistunnel, der 2020 in Betrieb genommen wurde, und dem Lötschberg-Basistunnel bildet der GBT das zentrale Element der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Der Tunnel hat Maßstäbe in den Bereichen Innovation, Präzision und Zuverlässigkeit gesetzt und ermöglicht einen flacheren Verlauf durch die Alpen, was zu einem effizienteren Verkehr beiträgt.
Zahlen und Fakten zum Tunnelbetrieb
Seit der Eröffnung sind über 276.000 Güterzüge und 169.000 Personenzüge durch den Gotthard-Basistunnel gefahren. Vincent Ducrot, CEO der SBB, äußerte sich anlässlich des zehnjährigen Jubiläums: „Heute möchte ich all jenen danken, die zum Bau dieses Jahrhundertbauwerks beigetragen haben. Der Tunnel hat in den letzten zehn Jahren den alpenquerenden Verkehr verändert und die europäische Nord-Süd-Achse gestärkt.“
Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels hat die Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa weiter verbessert. Die Fahrzeiten im Tessin wurden durch die Einführung einer neuen S-Bahn deutlich verkürzt, sodass die Fahrt von Zürich nach Lugano nun weniger als zwei Stunden dauert. Die Nachfrage im Personenverkehr auf der Gotthardachse hat sich nahezu verdoppelt, und seit fast zwei Jahren verkehrt in beiden Richtungen alle 30 Minuten ein Zug. Die SBB passt die Kapazitäten bei Bedarf an, um den erhöhten Anforderungen, insbesondere an Feiertagswochenenden, gerecht zu werden.
Effizienz im Güterverkehr
Die NEAT hat auch den Güterverkehr optimiert, indem sie eine nahezu flach verlaufende Strecke unter den Alpen bietet. Dies ermöglicht schnellere Züge mit mehr Wagen und schwereren Ladungen im Vergleich zur alten Bergstrecke. Das Transportvolumen auf der Gotthardachse ist gestiegen, und die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene wird vorangetrieben. Dennoch besteht noch Entwicklungspotenzial, da nur ein Teil der Kapazität derzeit genutzt wird. Die vollständige Ausschöpfung der Kapazitäten ist entscheidend, um die Verkehrsverlagerung zu intensivieren und den Straßenverkehr zu entlasten.
Die historische Bergstrecke von 1882 bleibt ebenfalls von Bedeutung, da sie Regionalverbindungen sichert. Täglich nutzen etwa 1.400 Fahrgäste die „Treni Gottardo“ der Südostbahn (SOB). Diese Panoramastrecke bietet nicht nur eine Alternativroute bei Sperrungen des Gotthard-Basistunnels, sondern auch eine touristische Attraktion, die mit dem Gotthard Panorama Express erkundet werden kann.
Investitionen in die Infrastruktur
Um die Leistungsfähigkeit des Gotthard-Basistunnels aufrechtzuerhalten, investiert die SBB jährlich rund 35 Millionen Franken in den Unterhalt. Das hohe Verkehrsaufkommen führt zu Bremsabrieb und verschleißbedingten Metallablagerungen, die mit robotergestützten Reinigungssystemen entfernt werden. Zudem überwacht die SBB die Gleise und Anlagen kontinuierlich mit hochpräzisen Messinstrumenten. Neben nächtlichen Instandhaltungsarbeiten an jedem Wochenende sind auch längere Arbeitszeiträume erforderlich, etwa für den Tunnelfunk, der bis 2027 ersetzt werden soll. Diese Maßnahmen sind notwendig, um sicherzustellen, dass der Tunnel auch in Zukunft sicher und reibungslos funktioniert.






