
Swiss Logistics Intelligence mit Fokus auf Digitalisierung der Logistik
22.06.2026 um 09:02 UhrNach erfolgter Umstellung in den Bereichen Durchfuhr und Ausfuhr wird das neue Warenverkehrssystem «Passar» nun auch für Einfuhren in die Schweiz eingesetzt. Erste Pilotfahrten haben bereits stattgefunden. Ziel ist die vollständige Ablösung des alten Systems «e-dec Import» bis Ende 2027. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und Vertreter der Wirtschaft haben dazu gemeinsam einen Zeitplan festgelegt.
Einführung des neuen Systems in mehreren Etappen
«Passar» ist das neue Warenverkehrssystem des BAZG, das die digitale Abwicklung der Zollverfahren ermöglicht. Die Einführung erfolgt in mehreren Etappen, wobei die bisherigen Frachtanwendungen schrittweise abgelöst werden. Dieses System ist Teil des Programms DaziT, das auf eine umfassende Digitalisierung der Zollprozesse abzielt.
Die Ablösung des alten Systems «e-dec Import» wird in vier Ausbauschritten realisiert. Die ersten beiden Schritte ermöglichen die Anmeldung von Standardeinfuhren. Erste produktive Pilotfahrten fanden im April und Mai 2026 statt, um die Systeme und Prozesse unter realen Bedingungen zu testen und zu optimieren. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Pilotphase sollen die beiden ersten Ausbauschritte für eine breite produktive Nutzung freigegeben werden. Der dritte Ausbauschritt, der sich derzeit in der Entwicklung befindet, umfasst alle weiteren Funktionen, die für die vollständige Ablösung von «e-dec Import» erforderlich sind. Die Digitalisierung komplexerer Verfahren, die Bewilligungen und andere Regulierungen betreffen, erfolgt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Bundesstellen. Der vierte Ausbauschritt wird die Integration von Sonderverfahren umfassen. Im Anschluss daran sollen die letzten papierbasierten Formulare digitalisiert werden, um die verbleibenden Schaltergänge überflüssig zu machen (Passar 3.0).
Das BAZG und Vertreter der Wirtschaft haben eine Übergangsphase mit parallelem Betrieb beider Systeme im Bereich Einfuhr vereinbart. Um die planmäßige Ablösung von «e-dec Import» bis Ende 2027 zu gewährleisten, dürfen letzte Import-Zollanmeldungen noch bis zum 30. September 2027 im alten System erfasst werden. Nach diesem Datum sind Einfuhren ausschließlich über «Passar» anzumelden.

Digitale Lösungen für einen effizienteren Grenzübertritt
Neben «Passar» tragen weitere digitale Lösungen dazu bei, den Grenzübertritt im Handelswarenverkehr möglichst automatisiert und schnell zu gestalten. Mit der Web-Anwendung «Certificat» können seit Ende April 2026 Ursprungszeugnisse für Ausfuhren vollständig digital erstellt und beglaubigt werden. In einem ersten Schritt wird die digitale Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 auf die sogenannten PEM-Länder (Pan-Euro-Med-Zone) angewendet. Eine Ausweitung auf weitere Freihandelsabkommen ist in Vorbereitung.
Zusätzlich können Schweizer KMU und Transportunternehmen ab Juli 2026 mit der Web-Anwendung «Declar» ohne kommerzielle Verzollungssoftware Transportanmeldungen beziehungsweise einen Digital Transport Slip (DTS) erstellen und über einen Link in die App «Activ» laden. Beim Grenzübertritt werden die vorbereiteten Zollformalitäten digital ausgelöst.
Weitere digitale Lösungen befinden sich in der Entwicklung und werden schrittweise mit der Einführung von «Passar» für Einfuhren in Betrieb genommen. Ziel aller Anwendungen ist es, dass Warensendungen nur dann am Zoll anhalten müssen, wenn eine Kontrolle erforderlich ist, und die Grenze ansonsten ohne Zwischenstopp passieren können.







