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15.04.2026 um 16:40 UhrEine aktuelle Umfrage des Compliance-Unternehmens NAVEX verdeutlicht, dass Schweizer Unternehmen stark in internationale Lieferketten integriert sind und häufig Geschäftsbeziehungen beenden, wenn Risiken auftreten. Laut der Studie haben 67 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz innerhalb des letzten Jahres mindestens einen Drittpartner gekündigt. Im Durchschnitt wurden dabei etwa 13,5 Geschäftsbeziehungen beendet. Besonders auffällig ist der internationale Charakter dieser Entscheidungen: 70 Prozent der Unternehmen berichten, dass ihre Offboarding-Entscheidungen auch Geschäftspartner im Ausland betreffen, was den höchsten Wert unter den untersuchten Märkten darstellt.
Störungsrisiko bei internationalen Lieferketten
Die Studie zeigt zudem, dass 65 Prozent der Unternehmen in der Schweiz in den letzten zwölf Monaten Probleme mit Lieferanten oder Dienstleistern hatten. Die häufigsten Herausforderungen sind operative Probleme (35 Prozent), gefolgt von regulatorischen Schwierigkeiten (31 Prozent) und Cyber- sowie Technologierisiken (29 Prozent). Trotz dieser Herausforderungen sind 85 Prozent der Befragten überzeugt, Risiken frühzeitig erkennen zu können. Allerdings fühlen sich nur 21 Prozent „sehr sicher“ in ihrer Fähigkeit, Probleme rechtzeitig zu identifizieren, was den niedrigsten Wert unter den untersuchten Ländern darstellt. Oliver Riehl, Regional Vice President Sales bei NAVEX, erklärt, dass die Komplexität internationaler Lieferketten oft zu Risiken führt, die an den Schnittstellen verschiedener regulatorischer Anforderungen und Technologien entstehen.
Die wirtschaftlichen Folgen solcher Risiken sind ebenfalls spürbar: 34 Prozent der Unternehmen berichten, im vergangenen Jahr Geschäftschancen verloren zu haben, weil sie Compliance- oder Risikoanforderungen nicht erfüllen konnten.
Die Studie beleuchtet auch die Governance-Strukturen in den Unternehmen. 67 Prozent der Befragten sehen ihre Vorstände grundsätzlich in der Verantwortung für Entscheidungen im Third-Party-Management. Dennoch schreiben nur 26 Prozent der Befragten der Unternehmensführung eine vollständige Verantwortung zu. Zudem wünschen sich nur 54 Prozent eine stärkere Einbindung des Senior-Managements in diese Prozesse, was ebenfalls den niedrigsten Wert im internationalen Vergleich darstellt. Riehl äußert Bedenken hinsichtlich dieser Zurückhaltung und betont, dass ohne klare strategische Verantwortung auf Vorstandsebene oft die übergeordnete Perspektive auf die gesamte Risikolandschaft fehlt.
Unsicherheit beim Einsatz von künstlicher Intelligenz
Ein weiterer Aspekt der NAVEX-Studie ist der Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI). Hier zeigt sich eine ausgeprägte Unsicherheit: Nur 33 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich auf kommende regulatorische Anforderungen vorbereitet, was den niedrigsten Wert unter den befragten Ländern darstellt. Während 80 Prozent der Unternehmen angeben, über Richtlinien für den Einsatz von KI zu verfügen, empfinden nur 29 Prozent diese als sehr klar. Zudem nutzen lediglich 29 Prozent der Befragten KI regelmäßig oder durchgehend. Besonders besorgniserregend ist, dass 15 Prozent der Unternehmen nicht einschätzen können, wie häufig sie KI trotz möglicher Risiken einsetzen. Riehl warnt vor einem wachsenden Governance-Problem und betont die Notwendigkeit klarer Leitlinien und Transparenz im Umgang mit KI.
Die Studie wurde im Dezember 2025 durchgeführt und befragte Manager und Managerinnen von B2B-Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den USA, Großbritannien und Skandinavien.





